Philosophische Abende im Raum B

Die griechische Philosophie: Denker, Fragestellungen, Theorien

Eine Reise durch die Geschichte des antiken Denkens

Dr. Marcos G. Breuer

Philo

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Das Ziel dieser Gesprächsreihe ist es, die faszinierende Welt der griechischen Philosophie gemeinsam zu entdecken. Warum haben die Menschen in Ionien angefangen, über die Natur nachzudenken? Welche sind die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen den Epikureern und den Stoikern? Wie haben Pythagoras und seine Schüler gelebt, und wie hat dann die pythagoreische Lebenseinstellung auf Platon eingewirkt? Und vor allem: warum ist die griechische Philosophie immer noch aktuell? Was können wir aus der Reflexion der alten Hellenen lernen? Wie sollten wir heute den Ausspruch von Diogenes von Sinope deuten: „Die Philosophie schenkte mir die Fertigkeit, jeder Wendung des Schicksals gegenüberzutreten“?

Die Philosophie ist zweifellos eines der wichtigsten Vermächtnisse der griechischen Zivilisation. Sie hat das westliche Denken tief geprägt. Viele Begriffe, Denkkategorien und Ideen der alten Griechen artikulieren unsere Erfahrung. Daher gilt: Sich den Antiken anzunähern ist ein Weg uns selber besser zu verstehen.

Der englische Philosoph Alfred North Whitehead hat einmal geschrieben: „Die sicherste allgemeine Charakterisierung der philosophischen Tradition Europas lautet, dass sie aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon besteht.“ Die Äußerung ist sicherlich übertrieben. Es lässt sich allerdings leicht feststellen, dass unsere Kultur ihre Wurzeln in der griechischen Welt hat.

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Unsere Vortragsreihe ist eine Einladung zu einer gemeinsamen Reise durch die Geschichte der griechischen Philosophie: von den Anfängen mit Thales von Milet im 6. Jahrhundert vor Christus bis hin zu den späteren Schulen im Hellenismus. Im Wintersemester 2015 werden wir uns vor allem den Anfängen der philosophischen Reflexion widmen. Im Mittelpunkt stehen die Vorsokratiker und die Sophisten.

Von den Teilnehmern werden Wissbegierde und Offenheit, aber keine speziellen Vorkenntnisse erwartet. Besonders wichtig ist die Bereitschaft, in einer vorurteilsfreien und multikulturellen Atmosphäre philosophische Fragen zusammen zu erörtern. Philosophie lernen heißt nicht nur Information sammeln, sondern auch zuhören und hinterfragen lernen.

Wir beginnen immer mit einer Präsentation; dann folgen Diskussion und geselliges Gespräch. Wichtig ist dabei sowohl die Vermittlung von Fachwissen über die Philosophiegeschichte als auch die Debatte über die Bedeutung der antiken Philosophie für unsere Denktradition und unser heutiges Leben.

 Ich freue mich sehr darauf, Sie in Raum B Berlin begrüßen zu dürfen!

 Ihr  Dr. Marcos Breuer

Praktische Informationen:

Ort und Anmeldung: Raum B

Zeit: An jedem zweiten Dienstag im Monat. Wir beginnen um 18 Uhr.

Eintritt: 10 € pro Treffen (cir. 1:30) – einzelne Teilnahme möglich

Sprache: Deutsch

Programmüberblick für das Wintersemester 2015: Die Anfänge der griechischen Philosophie

 1. Dienstag, 8. September 2015: Thales von Milet und die Suche nach der Arché (dem Urprinzip)

 2. Dienstag, 13. Oktober 2015: Parmenides von Elea und das Problem der Einheit in der Vielfalt

 3. Dienstag, 10. November 2015: Heraklit von Ephesos und die Wirklichkeit als Fluss

 4. Dienstag, 8. Dezember 2015: Pythagoras von Samos und der Leib-Seele-Dualismus

 5. Dienstag, 12. Januar 2016: Demokrit von Abdera: Atomismus und Materialismus im antiken Denken

 6. Dienstag, 9. Februar 2016: Die Sophisten und die Relativität menschlichen Wissens

* Das Programm für das Sommersemester 2016 (Thema: die „Griechische Klassik“ – Sokrates, Platon und Aristoteles) wird im Januar 2016 bekanntgegeben.

Über den Referenten:

Dr. Marcos G. Breuer

Dr. Marcos G. Breuer

 

Dr. Marcos G. Breuer ist Philosoph und Schriftsteller. Er hat Philosophie und Soziologie an der Universität von Córdoba (Argentinien) studiert. Sein Buch über Norbert Elias’ Theorie der sozialen Prozesse (Agentes, procesos y configuraciones) war eine der ersten umfassenden Studien über Elias im spanischsprachigen Raum. Anschließend hat er als Berater für den öffentlichen Sektor gearbeitet. 2006 hat er an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf promoviert. In seiner Dissertation Soziologie in der Ethik werden die handlungstheoretischen Grundlagen der Auseinandersetzung zwischen dem zeitgenössischen Utilitarismus und den vertragstheoretischen Ansätzen von John Mackie und John Rawls ausführlich analysiert. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Rom ist er 2009 nach Athen gezogen. Seitdem hat er sich mit der griechischen Kultur und der griechischen Sprache intensiv beschäftigt.

Breuer arbeitet derzeit an einem Buch über die bioethische Debatte um die Sterbehilfe. Er untersucht die zeitgenössische Diskussion von zwei Standpunkten aus: aus der zeitgenössischen Perspektive der „Autonomie der Person“ und aus der antiken Perspektive des Todes als eu-thanatos oder des „guten Todes“.

Breuer organisiert regelmäßig Seminare und Workshops über die Geschichte der Philosophie, über Probleme der Angewandten Ethik und über die Berührungspunkte zwischen Philosophie und Literatur.

www.marcosbreuer.com